Eine Einladung zur gelebten Selbstfürsorge im Brustkrebsmonat Oktober
Wissen Sie, was Brustgesundheit mit Kommunikation zu tun hat?
Mehr, als wir im ersten Moment denken. Denn unser Körper kommuniziert ständig mit uns – durch Empfindungen, Spannungen, kleine Veränderungen oder durch ein leises inneres Unbehagen. Er sendet Signale, und manchmal flüstert er uns etwas zu. Doch hören wir wirklich hin?
Gerade wenn es um unsere Brustgesundheit geht, sind viele Frauen erstaunlich zurückhaltend. Wir wissen, dass regelmäßiges Abtasten wichtig ist. Und doch schieben wir es auf – immer wieder. Vielleicht kennen Sie solche Gedanken:
„Ich müsste mal wieder, aber heute habe ich keine Zeit.“
„Ulrike hat ja gerade eine Brustkrebsdiagnose bekommen … vielleicht bin ich die Nächste.“
„Ach, da wird schon nichts sein. Ich bin ja noch viel zu jung für Krebs.“
Diese inneren Stimmen sind Ausdruck unserer Selbstgespräche – jener feinen, oft unbewussten Kommunikation mit uns selbst. Sie erzählen von Sorgen, Angst oder schlicht von dem Wunsch, sich nicht mit etwas Unangenehmem zu befassen. Doch gerade in diesem inneren Dialog liegt die Chance zur Veränderung: Wenn wir uns erlauben, die Stimme der Achtsamkeit lauter werden zu lassen.
Brustgesundheit beginnt mit Bewusstsein
Sich selbst regelmäßig die Brust abzutasten, ist ein Akt gelebter Selbstfürsorge. Es bedeutet, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und in Verbindung mit dem eigenen Körper zu bleiben. Diese Verbindung ist keine Pflichtübung – sie ist Ausdruck von Liebe, Respekt und Vertrauen in das eigene Leben.
Brustkrebs in Zahlen – und was sie bedeuten
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jedes Jahr erhalten rund 70.500 Frauen diese Diagnose – das entspricht etwa einer von acht Frauen im Laufe ihres Lebens.
(Deutsche Krebshilfe, Krebsinformationsdienst)
Doch es gibt auch eine ermutigende Nachricht: Die Sterblichkeit ist rückläufig. Im Jahr 2021 starben 18.480 Frauen an Brustkrebs – immer weniger, weil Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten sich deutlich verbessert haben.
(RKI – Gesundheitsberichterstattung)
Das zeigt: Wer seinen Körper kennt, wer aufmerksam bleibt, kann Heilungschancen entscheidend verbessern.
Früherkennung kann Leben retten
Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung – und desto schonender können die Behandlungen sein. Viele Frauen, die heute gesund sind, erzählen, dass sie selbst eine kleine Veränderung bemerkt haben. Auch ich gehöre zu den Frauen, die ihren Tumor in der Brust selbst ertastet haben. Es war dieses aufmerksame, fast intuitive Hinhören auf den eigenen Körper, das mich rechtzeitig handeln und einen Termin bei meiner Gynäkologin vereinbaren ließ.
Meine ganz Geschichte können Sie in meinem Buch „Krebs ist kein Small Talk“ nachlesen.

Mit meiner Geschichte möchte ich ein Bewusstsein dafür schaffe, wie wichtig es beim Thema Brustkrebs ist, nicht weg- sonder hinzuschauen und die eigene Brustgesundheit offen und ehrlich in die Hand zu nehmen.
So tasten Sie Ihre Brust richtig ab – Schritt für Schritt
Diese Anleitung ersetzt keine ärztliche Untersuchung, aber sie hilft Ihnen, Ihre eigene Wahrnehmung zu schärfen:
- Der richtige Zeitpunkt:
– Wenn Sie Ihre Periode haben: etwa 3–5 Tage nach Beginn der Menstruation, wenn das Brustgewebe weicher ist.
– Wenn Sie keine Regelblutung mehr haben: Wählen Sie einen festen Tag im Monat, z. B. den 1. oder 15. - Vor dem Spiegel:
– Stellen Sie sich mit hängenden, dann mit erhobenen Armen vor den Spiegel.
– Achten Sie auf Form, Haut, Brustwarzen: Gibt es Dellen, Einsenkungen, Rötungen oder Veränderungen? - Beim Duschen oder Eincremen:
– Tasten Sie Ihre Brust mit den Fingerkuppen der drei mittleren Finger ab – in kreisenden Bewegungen.
– Arbeiten Sie mit leichtem, mittlerem und festem Druck, um verschiedene Gewebeschichten zu erfühlen.
– Vergessen Sie die Achselhöhle nicht – auch dort befindet sich Brustgewebe. - Im Liegen:
– Legen Sie ein kleines Kissen unter die Schulter der Seite, die Sie untersuchen.
– Führen Sie die gleiche Bewegung wie zuvor aus – systematisch und mit Ruhe. - Wenn Sie etwas Auffälliges bemerken:
– Zögern Sie nicht. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.
– Die meisten Veränderungen sind gutartig, aber nur eine Untersuchung kann Gewissheit geben.
Hören Sie auf Ihren Körper – und antworten Sie ihm
Selbstfürsorge bedeutet nicht, alles im Griff zu haben. Es heißt vielmehr, sich selbst zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen, wenn der Körper etwas mitteilen möchte.
Vielleicht ist der Oktober ein guter Monat, um damit zu beginnen: sich die Zeit zu nehmen, ruhig, achtsam und ohne Angst, den eigenen Körper zu spüren – und der inneren Stimme diesmal nicht auszuweichen, sondern liebevoll zu antworten.
Denn das ist gelebte Selbstfürsorge.
Und vielleicht auch der schönste Ausdruck von Vertrauen in das eigene Leben.

